Holzkirchner Judoka gewinnt Silbermedaille bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften der Blinden und Sehgeschädigten

Siegerehrung der Gewichtsklasse „unter 90-kg“. Von links: Niko Langhammer (TuS Holzkirchen), Marc Milano (Mannheim), Yann Goarnisson (FRA) und Ryan Jones (USA).

Nachdem sich Niko Langhammer (25) 2011 aufgrund einer langen Verletzungsmisere aus dem Judo-Nationalkader der Blinden und Sehgeschädigten zurückgezogen hatte, trat er am Faschingssamstag in Heidelberg das erste Mal nach sechs Jahren wieder bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften auf die Matte. In der Gewichtsklasse unter 90 kg traf der Holzkirchner sowohl auf Gegner aus Deutschland, als auch auf Athleten aus mehreren der insgesamt 15 Gastnationen, die bei diesem Turnier vertreten waren.

Gleich im ersten Kampf traf Langhammer auf die aktuelle Nummer-Eins im deutschen Nationalteam, Mark Milano aus Mannheim. Nach einem über weite Strecken ausgeglichenen Duell landete der Holzkirchner nach einem von seinem Gegner abgewehrten eigenen Angriff in einer Haltegrifftechnik und musste sich somit doch noch geschlagen geben. Durch diese Niederlage ließ sich Langhammer jedoch nicht aus dem Konzept bringen. In seinem zweiten Kampf des Tages bezwang er in einem nervenaufreibenden Duell den US-Amerikaner Ryan Jones durch eine überraschende Kontertechnik in der Verlängerung nach der regulären Kampfzeit, dem sogenannten „Golden Score“.

Nach einem souveränen Sieg gegen den jungen deutschen Nachwuchsathleten Tim Melchert aus Hessen, traf Langhammer dann in seinem letzten Kampf des Turniers auf den als Bodenkampfspezialisten bekannten Franzosen Yann Goarnisson. Nachdem der Oberbayer zu Beginn nur mit Müh und Not eine vom Franzosen angesetzte Würgetechnik abgewehrt hatte, konnte er durch einen eigenen Angriff im Boden zunächst punktuell in Führung gehen. Als Goarnisson gegen Ende der Kampfzeit wiederum  eine Haltegrifftechnik ansetzen wollte, konnte sich Langhammer blitzschnell aus dieser befreien und seinerseits den Franzosen in einen Haltegriff nehmen, der ihm nach 20 Sekunden Haltezeit den vorzeitigen Sieg und damit die Silbermedaille einbrachte.
Das Judo der Blinden und Sehgeschädigten ist die bei den Paralympics vertretene Disziplin des Judosports. Der einzige Unterschied zum Judo der Nicht-Behinderten ist, dass die Kontrahenten den Kampf nicht in einem Abstand von zwei Metern zueinander beginnen, sondern sich in einer Armlänge Abstand gegenüberstehen und Jacke und Ärmel des Gegners greifen dürfen.